Hallo und wie schön, dass Du dabei bist!

Puh, das war diesen Monat echt knapp! Gerade noch so am letzten Juli-Tag mit dem Newsletter über die Ziellinie gerutscht...
Ich danke Dir von Herzen fürs Lesen und lade Dich ein, Dich immer gerne bei mir zu melden, sei es mit Feedback, einem Erlebnis, das Du teilen magst, Fragen und/oder Anregungen.
Ich freue mich immer über Post!

Und los geht's!

Bevor ich mit dem Schreiben loslege, lese ich ja immer nochmal den Newsletter des Vormonats und da merke ich, dass dieser Brief auch eine wirklich schöne Reflexion für mich ist - denn natürlich hat es auch in diesem Monat mit "Tempo rausnehmen" wieder nicht geklappt...
Aber nun, es ist Sommer, es ist Festivalzeit, das Wetter prima und wenn ich dann noch meinen Mann dazu an meiner Seite habe, ist alles da, was ich zum Glücklichsein brauche.
Und da laden Tempo, Sonne und sonstige Energie auch den Akku gleich wieder auf.

Doch ganz so einfach ist es nicht.

Es gibt da durchaus noch einige Punkte, die mit entscheiden, was aus all den tollen Zutaten am Ende rauskommt.
Mal abgesehen von den klaren Themen wie Gesundheit, Tagesform und Co. spielen unter anderem noch die Menschen, die dabei sind, das allgemeine Setting, die Energie des Raumes und/oder der Gruppe und die "offenen Kanäle", mit denen ich meine Eindrücke aufnehme, eine ziemlich große Rolle.
Im Prinzip spielt da ähnlich viel rein wie beim Kochen oder Backen:
Es reicht nicht, nur die Zutaten auf dem Zettel irgendwie zusammen zu matschen und irgendwie in den Ofen zu schieben, da braucht es schon noch ein bisschen mehr, damit etwas Gutes dabei rauskommt.
Beim Backen und Kochen kommt es nicht nur auf die Zutaten an.

Soweit so klar - eigentlich

Es gibt unterwegs immer wieder Überraschungen, mit denen ich im Leben nicht gerechnet hätte!
Eine ereilte mich just an dem Samstag, an dem ich den Juni-Newsletter losgeschickt hatte.
Ich hätte also gleich am nächsten Tag den nächsten Brief schreiben können.
Denn wie es das Leben so wollte, kam ich am Abend in eine Situation, in der ich meine eigene Juni-Achtsamkeitsübung in die Tat umsetzte - mit einem mich wirklich sehr beeindruckenden Ergebnis, mit dem ich nie gerechnet hätte...

Die große Überraschung auf einer Kinky-Party

Es ist ja kein Geheimnis, dass mein Mann und ich gerne auf Kinky-Partys unterwegs sind.
Diese Ansammlung besonderer Menschen, die sich - bei allem Consent und Respekt - ohne die Konventionen und Regeln der sogenannten "Normgesellschaft" zusammen amüsieren, tanzen und Spaß haben, ist einfach ein wunderbarer Erlaubnisraum, den wir sehr schätzen.
Sein und tun dürfen, viel können, nichts müssen, alle haben sich mit ihren Outfits Mühe gegeben, sehen für sich und viele andere toll aus und die Sorgen der Alltagswelt haben für einige Stunden Pause und das alles gerne noch an besonderen Orten.
Mit genau diesen "Zutaten" waren wir also unterwegs.
Und dann stand ich in der langen Schlange vor dem Klo, kannte um mich herum niemanden zum Quatschen und dachte mir, dass das ja genau die perfekte Zeit für meine kleine Achtsamkeitsübung ist.
Ich stand da also und fühlte aktiv in mich rein.
Wie bin ich hier?
Wie fühle ich mich?
Und dann kam der Hammer:
Ich langweilte mich.
Um mich rum gute Musik, spannende Menschen, viel zum Gucken - und ich langweilte mich. Aber so richtig.

Das traf mich wie ein Blitz!

Denn eigentlich ist einer meiner Standard-Sprüche: "Langeweile? Habe ich nie. Ich würde mich auch echt gerne mal wieder langweilen. Wie beneidenswert!"
Und dann stand ich also da an einem aufregenden Ort und langweilte mich - und es ging mir wirklich ganz hervorragend dabei!
Nur so ganz am Rande erwähnt, ist die Langeweile auch wissenschaftlich bewiesen viel besser als ihr Ruf!
Ich war also mehr als überrascht von dem Ergebnis meiner kleinen Übung.
Manchmal lauern die Erkenntnisse an Stellen, an denen man nicht mit ihnen gerechnet hätte.
Überraschungen an unerwarteten Orten

Doch lange dauerte die Langeweile nicht.

Seit dem letzten Newsletter waren mein Mann und ich jeweils für mehrere Tage auf gleich drei Festivals!
Während ich das so schreibe, komme ich mir schon ein wenig schräg vor, und manchmal frage ich mich zwischendurch, ob das ein ungesunder Erlebnishunger sein könnte.
Meine Antwort ist dann eigentlich immer die gleiche:
Mitnehmen, was geht, solange es noch geht.
Wer weiß, wie lange mein Mann und ich noch gesundheitlich in der Lage sind, mit unserem VW-Bus auf die verschiedensten Festival-Acker zu fahren und unseren Spaß zu haben?
Ich kenne mehrere, bei denen das leider inzwischen undenkbar ist.
Und so lange es uns gut tut, wir Freude dabei haben und unsere Akkus damit aufladen können - was soll daran schlecht sein?
Vor dem Fernseher sitzen und essen können wir später immer noch.
Sonne über der Nation of Gondwana

Doch es gibt auch etwas Schatten.

Wie bei allem gibt es auch bei aller Festival-Euphorie eine Schattenseite dieser Erlebnisdichte:
Wo früher ein besonderes Ereignis noch Zeit hatte, über mehrere Tage und Wochen nachzuklingen, sich einige Sachen erst in der ruhigen Rückschau meldeten und klar wurde, was wir alles Tolles erlebt hatten, war diesmal für diese Art der Verstoffwechslung gar nicht der Raum, da es ja kurz nach der Heimreise wieder weiter ging zum nächsten großartigen Event.
Das ist schon echt schade, dass einiges hinten runterfällt, weil die nächste Glückseligkeit vor der nächsten Bass-Box sich über das Vergangene schiebt.

Die Fülle kann auch überwältigen.

Außerdem nicht zu unterschätzen ist die Menge an Eindrücken auf den unterschiedlichsten Wahrnehmungskanälen, gerade bei Menschen, die so viele Antennen haben wie ich.
Oftmals würde eigentlich schon ein Aspekt reichen, um mich völlig zu beglücken:
Die geile und laute Musik, der Bass, der in die Eingeweide drückt.
Die Töne, die mein Gehirn einfach mitnehmen und am (Zer)Denken hindern.
Die Sonne und der Wind auf der Haut.
Die Lichteffekte und die Farben in der Nacht.
Der Geruch dieser Mischung aus Sand, Schweiß, Sonne, Nebelmaschine, Essensständen, umgekippten Getränken auf dem Boden und was auch immer sich da noch reinmischt, dieses Gemisch, das signalisiert: Hier ist der Ort für Freiheit, Sorglosigkeit und Ausgelassensein.
Und natürlich auch hier nicht zu vergessen:
Die Menschen, die alle zusammen diese besondere Atmosphäre kreieren, in der alle so sein dürfen, wie sie sind, bewacht von Security und Sanitäter*innen, der Feuerwehr, die an heißen Tagen mit Spritzwasser die Menge kühlt, oder auch einfach "nur" die fröhlichen und entspannten Gesichter neben mir auf dem Floor.
Dazu kamen bei zwei von drei Festivals auch noch besondere Menschen, mit denen wir ein Camp gebildet hatten, und mit denen ein weiterer Erlaubnisraum im Erlaubnisraum des Festivals entstand - falls Ihr hier mitlest: Von Herzen vielen Dank dafür!
Nun ist das wahrscheinlich noch längst nicht alles, was da in solchen Festival-Tagen von meinen Antennen aufgenommen wird.
Und dennoch lässt sich vielleicht schon beim Lesen nachfühlen, dass bei dieser Fülle mein System irgendwann keine Abgrenzung mehr hinbekommt und alles in mich einströmt.
Und so wunderschön das ist, wenn auf multidimensionalen Erlebnisebenen an allen Synapsen die unterschiedlichsten Empfindungen andocken, es manchmal wirklich so ein Gefühl von glücklichem Auflösen mit sich bringt - so ist eben genau das nicht ganz ohne Risiken und Nebenwirkungen.
Tanzen macht glücklich.

In Fülle aufgelöst oder in Einzelteile zerschreddert?

Das ist der feine Grat, auf dem es zu balancieren gilt.
Wobei auch wiederum am Zerschreddern durchaus Gutes zu finden ist - wir wenden uns also vom Licht in den Schatten wieder zurück ins Licht:
Ich will ehrlich sein.
Mich hat es nach dieser Fülle an Eindrücken und Erlaubnis und Seindürfen und Auflösen beim Wiedereintritt in den Alltag kurzzeitig ziemlich zerlegt.
Solch ein Festival ist im wahrsten Wortsinne ein Ausnahmezustand.
Der Alltag hat zwar Pause, doch er kommt wieder.
Und da gilt es wieder, zu funktionieren, "wie es sich gehört".
Doch wie kann ich in zerteilten, herumfliegenden Einzelteilchen meine Aufgaben erledigen, für die es die gesammelten Wahrnehmungen und Fähigkeiten an genau einem Ort zu einer bestimmten Zeit braucht?
Eher schlecht.
Es dauert etwas, bis sich alles wieder zusammengesetzt hat und rund läuft.

Die große Chance

Und zugleich liegt genau hier die große Chance auf Wachstum:
Alles ist einmal in die Luft geflogen und muss sich wieder zusammensetzen.
Und dabei können sich Teilchen bewegen, neu zusammenfügen, wie es besser passt, fallen vielleicht einige weg, die sowieso längst ausgemistet gehört hätten, und es findet auf diese Weise etwas von der Fülle und der Leichtigkeit in die Alltagsidentität.
Die Grenzen zwischen Freizeit-Frau und Alltagsperson verschwimmen immer mehr und das fühlt sich ziemlich gut an.
Bei allem Katzenjammer zuvor, der zum Glück ja nicht allzu lange dauert.
Die Ballerina tanzt über dem See der Nation, geformt aus Wassertröpfchen und Licht.

Und wie sieht das ganz praktisch aus?

Das lässt sich ziemlich leicht beantworten:
Ich zeige mich immer mehr, wie ich bin, und mache mir nicht mehr so viele Gedanken darüber, was andere über mich denken könnten oder "was man tut" oder eben nicht.
So werden mein Mann und ich vermutlich am kommenden Samstag beim Hamburger CSD bunt und/oder freizügig rumlaufen, wie wir das vor einigen Jahren nicht gemacht hätten, gibt es immer mehr eine Kerstin so wie sie wirklich ist, nicht nur gerade die Facette, die am besten zu einer Situation passt.
Und das fühlt sich ganz schön toll an.
Ich habe mir für dieses Jahr Fülle und Leichtigkeit gewünscht - und ich durfte sie in den vergangenen Monaten erleben.
Dafür bin ich mehr als dankbar.

Einladung an Dich, einfach Du zu sein

Ich lade Dich ein, Detektiv*in in eigener Sache zu sein und Dich einmal bewusst zu beobachten:
Welche Rollen hast Du und wie bist Du in diesen Rollen?
Wie viele "Personen" wohnen in Dir und was zeichnet sie aus?
Welche dieser verschiedenen Persönlichkeiten magst Du am liebsten?
Wer von ihnen geht Dir ziemlich auf die Nerven?
Wen würdest Du gerne mehr in Deinem Leben haben und was hindert Dich daran?
Was brauchst Du, damit es gelingt?
Wo grenzt Du Dich selbst ein, weil Du denkst, dass andere das von Dir erwarten?

Und wenn Du dann noch Lust auf mehr hast, hier noch eine Einladung:
Wenn Du bemerkst, dass Du etwas tust/weglässt/anziehst, von dem Du denkst, "dass es sich so gehört", Du aber eigentlich gar keine Lust darauf hast - mach es bewusst anders!
Ich bin viele Jahre nie ungeschminkt rausgegangen, inzwischen greife ich nur noch selten zu Makeup und Co., nämlich dann, wenn ich Lust darauf habe.

Meistens fallen diese Änderungen anderen viel weniger auf, als uns selbst.
Es braucht ja nicht gleich ein Riesending zu sein.
Grenzen können auch mit einem kleinen Schritt erweitert werden.
Und es lohnt sich, kann ich aus eigener Erfahrung und mit voller Überzeugung berichten.
Mein Massageplatz unter dem Dach

Loslassen und Erlauben

Ums bewusste Fühlen und Beobachten geht es auch in der Dynamischen Frauenmassage.
Ich bin über mehrere Stunden mit Dir in einer Fühl-Kommunikation.
Sie bringt Dich mehr in Kontakt mit Dir und Deinem Körper – und damit auch mit Deinen Themen und Deinen Antworten.

Alles geschieht nur mit Deinem Einverständnis und Deiner Erlaubnis.
Wir gehen zusammen auf eine Reise.
Ich öffne und halte einen Raum, in dem Du und Deine Bedürfnisse klar im Mittelpunkt stehen.
Du darfst erfühlen und wünschen, was sich wo und wie gut anfühlt, wo Deine Grenzen liegen und wie Du Deinen Erlaubnisraum gestalten willst.

Ich werde Dich immer wieder fragen, wie sich eine Berührung anfühlt.
Das ist besonders am Anfang oft sehr ungewohnt und eine große Herausforderung für viele Frauen.
Denn das sind wir meistens aus unserer Er- und Beziehung nicht gewohnt.


Durch diese besondere Kombination aus Kommunikation und Berührung kann sich die eigene Wahrnehmung und Wertschätzung grundlegend verändern.
Details zur Dynamischen Frauenmassage findest Du hier:
https://sinne-und-verstand.de/massage/
Frauenberatung, Coaching und Begleitung

Beratungsquickie

Und wie schon eine kleine und aktiv genutzte Pause vieles verändern kann, so können wir zusammen auch oft schon in kurzer Zeit einiges klären: https://sinne-und-verstand.de/beratungsquickie/

Ein Beratungsquickie dauert 30 Minuten und Du kannst zuhause in Deinem persönlichen Umfeld bleiben.

Wir treffen uns in einer Video-Konferenz mit RED connect, einem sehr sicheren Programm, in dem Deine privaten Themen auch privat bleiben können.

Beratung und Begleitung ist auch am Telefon oder per Mail möglich.

Am Telefon sprechen wir auch für eine halbe Stunde.

Per Mail sollte Dein Anliegen überschaubar sein, wie eine Frage an die Briefkastentante früherer Tage.

Während wir bei den „normalen“ Terminen für
Beratung und Coaching recht flexibel sind, gibt es für die Beratungsquickies bestimmte Tage.
Die nächsten Termine sind:

06.08
28.08.
17.09.

Hier geht es zu weiteren Infos und der Anmeldung: https://sinne-und-verstand.de/beratungsquickie/
So. Das war nun mein Juli-Newsletter.
Vielen Dank, dass Du bis hierher drangeblieben bist!
Ich hoffe, er hat Dir gefallen und freue mich auf Rückmeldungen, Themenvorschläge und Fragen – und natürlich, wenn wir uns bei der einen oder anderen Gelegenheit sehen:
https://sinne-und-verstand.de/kontakt/

Wenn Du diesen Newsletter online gelesen oder weitergeleitet bekommen hast und ihn künftig auch selbst in Dein Postfach möchtest, dann kannst Du Dich hier eintragen:
https://sinne-und-verstand.de/newsletter-registrierung/

Ich grüße Dich von Herzen und wünsche Dir weiterhin einen schönen Sommer
Deine Kerstin
facebook instagram